Wie funktionieren Spülmaschinentabs?

Aktualisiert am 3. Oktober 2026 von der Redaktion

Ein Spülmaschinentab ist eine gepresste Mischung aus mehreren Wirkstoffen, die jeweils eine eigene Aufgabe haben. Damit sie wirken, müssen Temperatur, Zeit und der Zeitpunkt der Auflösung zusammenpassen.

Kurz gesagt: Spülmaschinentabs funktionieren über Arbeitsteilung: Enthärter binden Kalk, Enzyme zerlegen Eiweiß und Stärke, Sauerstoffbleiche entfärbt Tee- und Kaffeeränder, Tenside lösen Fett. Das Dosierfach öffnet sich erst im Hauptspülgang, damit der Tab nicht im kalten Vorspülwasser verloren geht. Wie gut das klappt, hängt vor allem von Temperatur und Programmdauer ab.

Wie funktionieren Spülmaschinentabs im Spülgang?

Die Spülmaschine arbeitet in Phasen. Der Tab liegt dabei geschlossen im Dosierfach und wird erst zum richtigen Zeitpunkt freigegeben. Die Temperaturen unterscheiden sich je nach Gerät und Programm, die Tabelle zeigt typische Abläufe.

PhaseTemperatur (typisch)Was der Tab tut
VorspülenkaltNichts. Er bleibt im geschlossenen Fach, grobe Reste werden abgespült.
Hauptspülgangje nach Programm etwa 45 bis 65 °CDas Fach springt auf, der Tab löst sich. Enthärter, Enzyme, Bleiche und Tenside arbeiten.
Zwischenspülenkalt bis lauwarmGelöster Schmutz und Reinigerreste werden ausgespült.
Klarspülenwarm bis heißKlarspülkomponente aus dem Tab oder Klarspüler aus dem Vorratsbehälter lässt Wasser ablaufen.
TrocknenRestwärmeKein Beitrag mehr vom Tab. Die Trocknung hängt von Klarspülung und Gerät ab.

Deshalb gehört der Tab ins Dosierfach und nicht lose in den Spülraum. Wie das genau geht, steht unter Spülmaschinentab richtig einlegen.

Die Wirkstoffe nacheinander erklärt

Ein Tab enthält deutlich mehr als „Spülmittel“. Die wichtigsten Gruppen und was sie tun:

Enthärter und Gerüststoffe

Sie binden Calcium und Magnesium aus dem Wasser, damit sich kein Kalk auf Gläsern und in der Maschine absetzt. Seit 2017 sind Phosphate in Maschinengeschirrspülmitteln stark begrenzt (EU-Verordnung 259/2012), heute übernehmen meist Citrate und Komplexbildner wie MGDA oder GLDA diese Aufgabe. Soda sorgt für das alkalische Milieu, in dem sich Fett und Eiweiß leichter lösen.

Enzyme

Proteasen spalten Eiweiß (Ei, Käse, Fleischreste), Amylasen spalten Stärke (Nudeln, Kartoffeln, Haferflocken). Enzyme arbeiten schon bei mittleren Temperaturen gut. Deshalb können moderne Tabs auch in Sparprogrammen mit niedrigeren Temperaturen reinigen, wenn sie genug Zeit bekommen.

Sauerstoffbleiche

Natriumpercarbonat setzt im Wasser Wasserstoffperoxid frei und entfärbt Tee-, Kaffee- und Rotweinbeläge. Ein Bleichaktivator wie TAED sorgt dafür, dass die Bleiche auch unter 60 °C wirkt.

Tenside

Spülmaschinentabs enthalten nur wenige, schwach schäumende nichtionische Tenside. Sie lösen Fett und verbessern die Benetzung. Starker Schaum würde die Pumpe stören, deshalb gehört normales Handspülmittel nicht in die Maschine.

Schutzstoffe und Polymere

Silikate und Zinkverbindungen schützen Glas vor Korrosion, Triazole wie Benzotriazol schützen Silber. Polymere halten gelösten Schmutz und Kalk in der Schwebe, damit er nicht wieder auf dem Geschirr landet. Eine ausführliche Liste findest du unter Inhaltsstoffe von Spülmaschinentabs.

Warum Temperatur und Zeit entscheiden

Reinigung ist ein Zusammenspiel aus Chemie, Temperatur, Zeit und Mechanik (Wasserstrahl). Fehlt ein Faktor, müssen die anderen mehr leisten. Das Eco-Programm spült kühler, dafür deutlich länger. Laut Stiftung Warentest reinigt es normal verschmutztes Geschirr gut, braucht aber 3,5 bis 5 Stunden.

Im Kurzprogramm ist es umgekehrt: Wenig Zeit, oft niedrige Temperatur. Gepresste Tabs lösen sich dann eventuell nicht vollständig auf, und Enzyme haben kaum Zeit zu arbeiten. Mehr dazu auf den Seiten zum Eco-Programm und zum Kurzprogramm.

Mehrschicht-Tabs: Wozu die Schichten?

Viele Multitabs bestehen aus zwei oder mehr farbigen Schichten, manche haben zusätzlich eine Kugel oder ein Gelkissen. Laut Herstellern hat das zwei Gründe:

Ob ein Tab mehr Schichten hat, sagt wenig über die Reinigungsleistung aus. Im Test der Stiftung Warentest (Heft 08/2026) lagen einfache Eigenmarken-Tabs vorn, beide Testsieger erreichten die Note 2,1 für rund 9 Cent pro Spülgang. Alle Ergebnisse stehen unter Spülmaschinentabs im Test.

All-in-One-Tabs: Was „x in 1“ bedeutet

Die Zahl vor „in 1“ zählt Funktionen, keine Wirkstoffe. Typisch sind Reiniger, Salzfunktion, Klarspülfunktion, Glasschutz und Silberschutz. Die Salzfunktion ersetzt Regeneriersalz nur bis zu einer bestimmten Wasserhärte, laut Stiftung Warentest bis etwa 21 °dH. Bei härterem Wasser brauchst du trotzdem Regeneriersalz. Was die einzelnen Bezeichnungen heißen, erklärt 3in1 bis 10in1 erklärt.

Woran es liegt, wenn der Tab nicht wirkt

Meist ist nicht der Tab das Problem, sondern die Umgebung. Die häufigsten Ursachen:

Eine Checkliste findest du unter Tab löst sich nicht auf, weitere Anleitungen im Ratgeber.

Häufige Fragen zur Funktionsweise von Spülmaschinentabs

Warum öffnet sich das Dosierfach erst später?

Im ersten Schritt spült die Maschine kalt vor. Würde der Tab schon dann freigesetzt, ginge ein Großteil mit dem Vorspülwasser ungenutzt in den Abfluss.

Reinigen Tabs auch bei niedrigen Temperaturen?

Ja, wenn das Programm lang genug läuft. Enzyme und aktivierte Sauerstoffbleiche arbeiten auch unter 60 °C, brauchen dann aber mehr Zeit.

Sind Tabs mit mehr Schichten besser?

Nicht automatisch. In Tests schneiden einfache Eigenmarken-Tabs oft genauso gut oder besser ab als aufwendig aufgebaute Markenprodukte.

Warum schäumen Spülmaschinentabs kaum?

Sie enthalten bewusst nur schwach schäumende Tenside. Schaum würde den Wasserkreislauf in der Maschine stören.

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