Wie funktionieren Spülmaschinentabs?
Ein Spülmaschinentab ist eine gepresste Mischung aus mehreren Wirkstoffen, die jeweils eine eigene Aufgabe haben. Damit sie wirken, müssen Temperatur, Zeit und der Zeitpunkt der Auflösung zusammenpassen.
Wie funktionieren Spülmaschinentabs im Spülgang?
Die Spülmaschine arbeitet in Phasen. Der Tab liegt dabei geschlossen im Dosierfach und wird erst zum richtigen Zeitpunkt freigegeben. Die Temperaturen unterscheiden sich je nach Gerät und Programm, die Tabelle zeigt typische Abläufe.
| Phase | Temperatur (typisch) | Was der Tab tut |
|---|---|---|
| Vorspülen | kalt | Nichts. Er bleibt im geschlossenen Fach, grobe Reste werden abgespült. |
| Hauptspülgang | je nach Programm etwa 45 bis 65 °C | Das Fach springt auf, der Tab löst sich. Enthärter, Enzyme, Bleiche und Tenside arbeiten. |
| Zwischenspülen | kalt bis lauwarm | Gelöster Schmutz und Reinigerreste werden ausgespült. |
| Klarspülen | warm bis heiß | Klarspülkomponente aus dem Tab oder Klarspüler aus dem Vorratsbehälter lässt Wasser ablaufen. |
| Trocknen | Restwärme | Kein Beitrag mehr vom Tab. Die Trocknung hängt von Klarspülung und Gerät ab. |
Deshalb gehört der Tab ins Dosierfach und nicht lose in den Spülraum. Wie das genau geht, steht unter Spülmaschinentab richtig einlegen.
Die Wirkstoffe nacheinander erklärt
Ein Tab enthält deutlich mehr als „Spülmittel“. Die wichtigsten Gruppen und was sie tun:
Enthärter und Gerüststoffe
Sie binden Calcium und Magnesium aus dem Wasser, damit sich kein Kalk auf Gläsern und in der Maschine absetzt. Seit 2017 sind Phosphate in Maschinengeschirrspülmitteln stark begrenzt (EU-Verordnung 259/2012), heute übernehmen meist Citrate und Komplexbildner wie MGDA oder GLDA diese Aufgabe. Soda sorgt für das alkalische Milieu, in dem sich Fett und Eiweiß leichter lösen.
Enzyme
Proteasen spalten Eiweiß (Ei, Käse, Fleischreste), Amylasen spalten Stärke (Nudeln, Kartoffeln, Haferflocken). Enzyme arbeiten schon bei mittleren Temperaturen gut. Deshalb können moderne Tabs auch in Sparprogrammen mit niedrigeren Temperaturen reinigen, wenn sie genug Zeit bekommen.
Sauerstoffbleiche
Natriumpercarbonat setzt im Wasser Wasserstoffperoxid frei und entfärbt Tee-, Kaffee- und Rotweinbeläge. Ein Bleichaktivator wie TAED sorgt dafür, dass die Bleiche auch unter 60 °C wirkt.
Tenside
Spülmaschinentabs enthalten nur wenige, schwach schäumende nichtionische Tenside. Sie lösen Fett und verbessern die Benetzung. Starker Schaum würde die Pumpe stören, deshalb gehört normales Handspülmittel nicht in die Maschine.
Schutzstoffe und Polymere
Silikate und Zinkverbindungen schützen Glas vor Korrosion, Triazole wie Benzotriazol schützen Silber. Polymere halten gelösten Schmutz und Kalk in der Schwebe, damit er nicht wieder auf dem Geschirr landet. Eine ausführliche Liste findest du unter Inhaltsstoffe von Spülmaschinentabs.
Warum Temperatur und Zeit entscheiden
Reinigung ist ein Zusammenspiel aus Chemie, Temperatur, Zeit und Mechanik (Wasserstrahl). Fehlt ein Faktor, müssen die anderen mehr leisten. Das Eco-Programm spült kühler, dafür deutlich länger. Laut Stiftung Warentest reinigt es normal verschmutztes Geschirr gut, braucht aber 3,5 bis 5 Stunden.
Im Kurzprogramm ist es umgekehrt: Wenig Zeit, oft niedrige Temperatur. Gepresste Tabs lösen sich dann eventuell nicht vollständig auf, und Enzyme haben kaum Zeit zu arbeiten. Mehr dazu auf den Seiten zum Eco-Programm und zum Kurzprogramm.
Mehrschicht-Tabs: Wozu die Schichten?
Viele Multitabs bestehen aus zwei oder mehr farbigen Schichten, manche haben zusätzlich eine Kugel oder ein Gelkissen. Laut Herstellern hat das zwei Gründe:
- Unverträgliche Stoffe trennen. Bleiche und Enzyme vertragen sich auf Dauer schlecht. Getrennt gepresst bleiben beide bis zum Spülgang stabil.
- Freisetzung staffeln. Eine Schicht löst sich schnell, eine andere langsamer. So sollen Wirkstoffe wie die Klarspülkomponente später im Programm wirken.
Ob ein Tab mehr Schichten hat, sagt wenig über die Reinigungsleistung aus. Im Test der Stiftung Warentest (Heft 08/2026) lagen einfache Eigenmarken-Tabs vorn, beide Testsieger erreichten die Note 2,1 für rund 9 Cent pro Spülgang. Alle Ergebnisse stehen unter Spülmaschinentabs im Test.
All-in-One-Tabs: Was „x in 1“ bedeutet
Die Zahl vor „in 1“ zählt Funktionen, keine Wirkstoffe. Typisch sind Reiniger, Salzfunktion, Klarspülfunktion, Glasschutz und Silberschutz. Die Salzfunktion ersetzt Regeneriersalz nur bis zu einer bestimmten Wasserhärte, laut Stiftung Warentest bis etwa 21 °dH. Bei härterem Wasser brauchst du trotzdem Regeneriersalz. Was die einzelnen Bezeichnungen heißen, erklärt 3in1 bis 10in1 erklärt.
Woran es liegt, wenn der Tab nicht wirkt
Meist ist nicht der Tab das Problem, sondern die Umgebung. Die häufigsten Ursachen:
- Ein Teller oder Topfgriff blockiert das Dosierfach.
- Das Sieb ist verstopft oder die Sprüharme drehen sich nicht frei.
- Das Programm ist zu kurz oder zu kühl für die Verschmutzung.
- Die Wasserhärte ist falsch eingestellt oder es fehlt Salz.
- Der Tab ist feucht geworden und verklumpt.
Eine Checkliste findest du unter Tab löst sich nicht auf, weitere Anleitungen im Ratgeber.
Häufige Fragen zur Funktionsweise von Spülmaschinentabs
Warum öffnet sich das Dosierfach erst später?
Im ersten Schritt spült die Maschine kalt vor. Würde der Tab schon dann freigesetzt, ginge ein Großteil mit dem Vorspülwasser ungenutzt in den Abfluss.
Reinigen Tabs auch bei niedrigen Temperaturen?
Ja, wenn das Programm lang genug läuft. Enzyme und aktivierte Sauerstoffbleiche arbeiten auch unter 60 °C, brauchen dann aber mehr Zeit.
Sind Tabs mit mehr Schichten besser?
Nicht automatisch. In Tests schneiden einfache Eigenmarken-Tabs oft genauso gut oder besser ab als aufwendig aufgebaute Markenprodukte.
Warum schäumen Spülmaschinentabs kaum?
Sie enthalten bewusst nur schwach schäumende Tenside. Schaum würde den Wasserkreislauf in der Maschine stören.