Phosphatfreie Spülmaschinentabs

Aktualisiert am 3. Oktober 2026 von der Redaktion

„Phosphatfrei“ war lange ein echtes Kaufargument. Seit 2017 gilt in der EU aber ein strenger Grenzwert für Phosphor in Spülmaschinenmitteln, und die meisten Tabs kommen inzwischen ohne Phosphate aus. Was der Hinweis heute noch aussagt und womit Hersteller die Phosphate ersetzt haben, liest du hier.

Kurz gesagt: Phosphatfreie Spülmaschinentabs sind heute der Normalfall. Seit dem 1. Januar 2017 dürfen Maschinengeschirrspülmittel für Verbraucher nach der EU-Verordnung Nr. 259/2012 höchstens 0,3 g Phosphor pro Standarddosis enthalten. „Phosphatfrei“ heißt aber nicht automatisch phosphorfrei: Viele Tabs enthalten noch Phosphonate. Ganz ohne beide kommen zum Beispiel Produkte mit dem Blauen Engel aus.

Warum Phosphate ein Umweltproblem sind

Phosphate sind sehr gute Wasserenthärter und Schmutzlöser. Gelangen sie ins Abwasser und von dort in Flüsse und Seen, wirken sie dort jedoch wie Dünger: Algen wachsen übermäßig, sterben ab und verbrauchen beim Zersetzen Sauerstoff. Dieser Prozess heißt Eutrophierung und kann Gewässer im schlimmsten Fall „umkippen“ lassen.

In Waschmitteln für die Waschmaschine wurden Phosphate in Deutschland schon durch die Phosphathöchstmengenverordnung von 1980 und freiwillige Maßnahmen der Industrie verdrängt. Spülmaschinenmittel blieben lange eine Ausnahme. Laut Umweltbundesamt stieg der Phosphatverbrauch in Wasch- und Reinigungsmitteln deshalb mit der Verbreitung von Geschirrspülern wieder an.

Der EU-Grenzwert seit 2017

Mit der Verordnung (EU) Nr. 259/2012 hat die EU die Detergenzienverordnung ergänzt. Für Maschinengeschirrspülmittel für Verbraucher gilt seit dem 1. Januar 2017:

RegelInhalt
RechtsgrundlageVerordnung (EU) Nr. 259/2012, Änderung der Detergenzienverordnung (EG) Nr. 648/2004
Gilt fürMaschinengeschirrspülmittel für Verbraucher, also Tabs, Caps, Pulver und Gel für den Haushalt
GrenzwertMax. 0,3 g Phosphor pro Standarddosis
Seit1. Januar 2017
Was zähltDer gesamte Phosphorgehalt, also Phosphate und andere phosphorhaltige Stoffe
Nicht erfasstGewerbliche Spülmittel für Großküchen

Weil der Grenzwert für den gesamten Phosphor gilt, mussten die Hersteller ihre Rezepturen umstellen. Klassische Phosphat-Tabs gibt es für Haushalte in der EU seitdem praktisch nicht mehr. Manche Hersteller machten die Umstellung im Produktnamen sichtbar, etwa Finish mit „Powerball All in 1 0%“.

Phosphatfrei ist nicht phosphorfrei: Phosphonate

Viele Tabs enthalten weiterhin Phosphonate. Das sind organische Phosphorverbindungen, die in sehr kleinen Mengen Kalk binden und Bleichmittel stabilisieren. Sie sind chemisch etwas anderes als Phosphate, und ein Produkt mit Phosphonaten darf sich „phosphatfrei“ nennen.

Der Blaue Engel für Maschinengeschirrspülmittel (DE-UZ 201) schließt sowohl anorganische Phosphate als auch Phosphonate wie ATMP, HEDP und DTPMP aus. Mehr dazu unter Umweltsiegel bei Spülmaschinentabs.

Womit Phosphate ersetzt wurden

ErsatzstoffAufgabeHinweis
Citrate (Salze der Zitronensäure)Binden KalkGut abbaubar, aber schwächer als Phosphate bei sehr hartem Wasser
MGDA und GLDAKomplexbildner, binden Kalk und MetallionenGelten als gut biologisch abbaubar
Soda (Natriumcarbonat)Alkalische Grundlage, löst FettKann bei hartem Wasser Kalkbeläge fördern
PolycarboxylateVerhindern Kalk- und SchmutzablagerungenWasserlöslich, aber schwer abbaubar
SilikateSchützen Glas und DekorUnbedenklich, mineralisch

Was diese Stoffe im Spülgang genau tun, erklären wir unter Inhaltsstoffe von Spülmaschinentabs und So wirken Spülmaschinentabs.

Spülen phosphatfreie Tabs schlechter?

Nicht grundsätzlich. Die aktuellen Testsieger der Stiftung Warentest (Heft 08/2026), Aldi Power Force All-in-One und Rossmann Domol Ultra Power All-in-One, erfüllen wie alle Haushaltsprodukte den EU-Grenzwert und schnitten mit „gut“ (2,1) ab. Im Monotab-Test 02/2024 gewann mit everdrop sogar ein Öko-Anbieter (2,0).

Bei sehr hartem Wasser haben Phosphatersatzstoffe aber mehr Arbeit. Dann lohnen sich Regeneriersalz und ein korrekt eingestellter Enthärter, mehr unter Tabs für hartes Wasser und Wasserhärte einstellen. Wer Kalkflecken trotz Multitab sieht, sollte zuerst die Salzanlage prüfen, bevor er zur Marke wechselt.

Wie umweltfreundlich ist die Spülmaschine insgesamt?

Der Phosphorgehalt ist nur ein Faktor. Mindestens genauso wichtig sind Energie- und Wasserverbrauch, die richtige Dosierung und eine volle Maschine. Ein Vergleich mit dem Abwasch von Hand steht unter Spülmaschine vs. Handspülen. Weitere Umweltthemen findest du unter Mikroplastik in Spülmaschinentabs und Nachhaltige Spülmaschinentabs. Alles Weitere im Ratgeber und im Spülmaschinentabs-Test.

Häufige Fragen zu phosphatfreien Spülmaschinentabs

Sind alle Spülmaschinentabs heute phosphatfrei?

Fast alle Haushaltsprodukte in der EU, weil seit 2017 höchstens 0,3 g Phosphor pro Standarddosis erlaubt sind. Ein Teil der Tabs enthält aber noch Phosphonate, die ebenfalls Phosphor enthalten.

Was ist der Unterschied zwischen Phosphaten und Phosphonaten?

Phosphate sind anorganische Salze, die früher in großen Mengen als Enthärter dienten. Phosphonate sind organische Phosphorverbindungen, die in kleinen Mengen Kalk binden, aber laut Umweltbundesamt schwer abbaubar sind.

Woran erkenne ich Tabs ganz ohne Phosphor?

Ein verlässlicher Hinweis ist der Blaue Engel, der Phosphate und Phosphonate ausschließt. Ansonsten hilft ein Blick ins Inhaltsstoffverzeichnis auf der Website des Herstellers.

Gilt der Phosphor-Grenzwert auch für Gewerbespülmittel?

Nein. Die Regel aus der Verordnung 259/2012 betrifft Maschinengeschirrspülmittel für Verbraucher, nicht Produkte für Großküchen und Gastronomie.

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